zum "Unterwegs" vom 14. Februar 2011
Heute vor genau zehn Jahren besuchten wir von Lipari aus die Insel Vulcano. Damals führte ich noch keinen Blog, möchte es aber nicht missen, hier meinen Bericht aus dem Tagebuch zu präsentieren.
Gestern, 14. Februar 2011 stiegen wir auf den Vulcano.
Wir staunten nicht wenig, als wir den breiten Weg sahen, der nach oben führte. So war der Aufstieg um einiges weniger beschwerlich als in den Neunzierjahren.
Erneut fühlte es sich beeindruckend an, sich entlang der blubbernden und dampfenden Fumarolen zu bewegen und die Kraft und Unberechenbarkeit der Natur zu erahnen. Vom Kraterrand hatten wir einen tollen Blick nach Lipari und Salina.
Durch Veränderungen können Fumarolen übrigens vulkanische Aktivität anzeigen. Wenn ihre Temperatur zunimmt oder sich die Zusammensetzung des austretenden Gases drastisch ändert, kann dies ein Indiz für einen neuen Vulkanausbruch sein. So stiegen die Temperaturen der Fumarolen auf der Insel Vulcano, die seit über 100 Jahren ruhig war, zwischen 1986 und 1993 von 300 °C auf über 700 °C an, was grosse Besorgnis auslöste. Erst als die Temperaturen wieder sanken, konnte Entwarnung gegeben werden.
Gerade deswegen erstaunt es, dass die Bautätigkeit auf Vulcano seit den Neunzigerjahren extrem zugenommen hat. Das war früher anders. Der Respekt vor dem aktiven Vulkan war bis ins 17. Jahrhundert gross, die Insel war deshalb bis dahin nicht bevölkert.
Der letzte verheerende Ausbruch ereignete sich von 1888 und 1890.
Direkt neben dem Hafen befindet sich der Faraglione, ein in verschiedenen Farben schimmernder Felsen, unter dem einst Alaun abgebaut wurde.
Neben dem Faraglione befindet sich
die "Vasca di Fanghi", das schwefelhaltige Schlammbad der Insel.
Der warme Schwefelschlamm soll eine gute Heilwirkung bei einigen Hauterkrankungen haben. Seit ein paar Jahren wird das Bad aus Vulkanschlamm auf Vulcano mit Duschen und Umkleiden bewirtschaftet und kostet Eintritt.
Arrivederci Vulcano!