Sonntag, 23. März 2025

Bild 499

 


Giovanni Segantini
"Ave Maria a trasbordo"


Giovanni Segantini - Künstler im Fokus

Im Jahr 1886 schuf der italienische Künstler Giovanni Segantini das Gemälde "Ave Maria a trasbordo", ein herausragendes Werk, das für seine Verwendung der divisionistischen Maltechnik bekannt ist. Diese Technik, die aus dem Impressionismus hervorgegangen ist, verwendet kleine, nebeneinander gesetzte Pinselstriche aus reinen Farben, um leuchtende und realistische Effekte zu erzielen.

Das Gemälde zeigt eine Hirtenfamilie - bestehend aus Vater, Mutter und Sohn - die mit ihrer Schafherde den Pusiano-See in der lombardischen Brianza überquert. Segantini lebte 1882 in dieser Region, als er die erste Version des Werkes malte. In der dargestellten Szene spiegelt sich die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur wider, ein zentrales Thema in Segantinis Werken.

Besonders bemerkenswert ist die Darstellung des Lichts in der Dämmerung. Die Sonne, gerade am Horizont untergegangen, erleuchtet noch den Himmel. Der ferne Glockenturm läutet das Ave Maria ein, auf das ein Moment der Stille, welcher im Bild eingefangen wird, darstellt.

"Ave Maria a trasbordo" ist somit nicht nur eine Darstellung ländlichen Lebens, sondern auch eine tiefgreifende Reflexion über das Leben und die allgegenwärtige Präsenz der Natur.
Auf dem Bild sitzt der Mensch im gleichen Boot wie die Tiere. Es ist somit auch symbolisch ein starkes Bild. Es zeigt nicht nur, dass Menschen und Tiere gleich wichtig sind, sondern auch, dass sie eine gemeinsame Reise durch das Leben teilen, die, was den zur Selbstreflexion befähigten Menschen dazu bringen sollte, seine Verantwortung für den Schutz und das Wohlergehen aller Lebewesen ernst zu nehmen.

Barbara